Abfallwirtschaft

Der Gehaltsabsteiger – REMONDIS!

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Der Gehaltsabsteiger – REMONDIS!

Remondis will in billigeres Tarifwerk flüchten, im Norden stehen die Zeichen auf Sturm.
Klarer Fall: Remondis braucht einen Haustarifvertrag für die einzelnen Standorte! Alff / ver.di FB2 Nord Klarer Fall: Remondis braucht einen Haustarifvertrag für die einzelnen Standorte!

Von wegen „Recycling-Tabellenführer“…Im Tarifstreit mit der Remondis GmbH an den Standorten in Hamburg und sieben weiteren Standorten im Norden (u.a. Schleswig, Brunsbüttel und Lübeck) hat die Arbeitgeberseite angekündigt, zum 01.02.2018 in den Verband Güterverkehr, Spedition und Logistik zu wechseln und das dortige Tarifwerk zur Anwendung zu bringen! 

„Für die rund 100 Beschäftigten am Standort Hamburg ist das ein Schlag ins Gesicht“, betont Ole Borgard, Fachbereichsleiter bei ver.di Hamburg.

„Die Beweggründe sind scheinheilig, es geht der Arbeitgeberseite einzig und allein darum, Geld zu sparen – das ist Wahnsinn, ein Branchenprimus der Entsorgungswirtschaft, der bundesweit satte Gewinne einfährt, verweigert seinen Beschäftigten in der zweitteuersten Stadt Deutschlands eine wertschätzende Bezahlung. Gleichzeitig werden z.B. Kraftfahrer auch in Hamburg händeringend gesucht!"

Die jetzt ausgegebene Arbeitgeber-Losung „im Zuge des Verbandswechsels wird sich nichts verschlechtern“ bedeutet im Umkehrschluss „nichts wird sich verbessern“, so Borgard.

Das ist aber dringend notwendig: Derzeit verdient ein Kraftfahrer bei Remondis als Einstiegsentgelt 11,95 Euro die Stunde, in Schleswig-Holstein nochmal weniger, ohne weitere Aufstiegsmöglichkeiten. Dies gilt auch für alle Beschäftigten, die nach 2011 angefangen haben.

Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass etliche Kolleginnen und Kollegen seit Jahren in ihrer Anfangsgehaltsstufe festkleben!

Damit spart Remondis seit Jahren Geld. Die Gewinne der Rethmann Gruppe, zu der Remondis gehört, sprudeln unterdessen auch in diesem Jahr kräftig weiter.

„Wir halten an unseren Forderungen für einen Haustarifvertrag für die einzelnen Standorte fest“, betont Mario Klepp, Landesfachbereichsleiter im ver.di Landesbezirk Nord. "Und werden Druck auf allen Kanälen machen!"

Hintergrund der regionalen Tarifauseinandersetzungen sind die bereits im Frühjahr 2017 gescheiterten Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE).

Die Arbeitgeberseite war erst nach einer Warnstreikrunde Anfang Oktober überhaupt bereit, an den Verhandlungstisch zu kommen.

Die Flucht ist ein Affront für jeden Beschäftigten. Mit Zulagenregelungen versucht die Geschäftsführung die Kolleginnen und Kollegen abhängig zu machen. Diese Zulagen führen zu einer Arbeitgeberwillkür, mit der die Beschäftigten in Abhängigkeit geraten.

Und jetzt plötzlich nach zwei Verhandlungsrunden einen Verbandswechsel zu forcieren, um in ein billigeres Tarifwerk zu flüchten, ist unverantwortlich, erpresserisch und dreist!

ver.di fordert weiterhin eigenständige Haustarifverträge, in denen u.a. geregelt wird:

  • Wiedereinsetzen der Stufensteigerung;
  • Erhöhung des Tabellenentgeltes um 6,0 Prozent;
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung um monatlich 150 Euro.

Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen bei Remondis auf, sich jetzt aktiv einzumischen! Es geht um eure Interessen!

Zur Durchsetzung unserer Positionen bedarf es des starken Rückhalts durch die Beschäftigten. Darum gilt jetzt: Flagge zeigen! Gesicht zeigen! Mitglied werden!

Je mehr Beschäftigte ver.di Mitglied sind, umso besser gelingt es, unsere gemeinsamen Forderungen auch durchsetzen zu können.

Deshalb: Jetzt bei ver.di entreten! Wenn nicht jetzt – wann dann?

ver.di-Mitglied könnt ihr natürlich auch online werden:

Zur Tarifflucht bei Remondis findet ihr hier auch unseren Rundbrief an die Beschäftigten:

Tarifflucht bei Remondis Alff / ver.di FB2 Nord Bei Remondis sprudeln die Gewinne...

Für Rückfragen:

  • Ole Borgard, ver.di Hamburg, 0151-64967384
  • Mario Klepp, ver.di Nord, 0175-9792963